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Der Klimawandel und die Folgen für die Mauersegler

Abgesehen von der Bedrohung durch den Turmfalken machte die Klimaerwärmung den Mauerseglern zeitweise schwer zu schaffen. In der zweiten Junihälfte gab es eine schwül-heiße Hitzeperiode (ca. eine Woche). Da erreichten die Höchsttemperaturen am Nachmittag an zwei Tagen über 40°C bei den Nistkästen (NK). Zwar sind die NK01 - NK20 hinter der Dachrinne unter dem Dach vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt, nicht aber vor den hohen Lufttemperaturen. Bei Temperaturen über 35°C sperren die Küken die Schnäbel auf und beginnen zu hecheln (auch die Altvögel). Bei anhaltender extremer Hitze stürzen sich die Küken/Jungvögel auch aus dem Nest (oder sterben an Überhitzung). Das bedeutet für sie auf jeden Fall das Todesurteil, denn sie werden von den Eltern außerhalb des Nests nicht gefüttert. Drei tote Küken habe ich bei uns auf dem Hof gefunden. Zwei haben zwar den Sturz aus etwa 7 m Höhe in das Gras überlebt, sind dann noch bis auf den Asphalt vom Hof gekommen, dort aber verendet.

toter Jungvogel
Diese beiden toten JV haben wohl den Sturz aus dem NK überlebt, aber auf dem aufgeheizten Asphalt nur kurze Zeit überlebt.
toter Jungvogel

toter Jungvogel
Dieser JV lag direkt unter den Nistkästen und hat schon den Sturz aus dem NK nicht überlebt (evtl. ist er auf dem Rand vom Blumentopf aufgeschlagen). Ein "Totengräber" war wohl schon fleißig, so dass man den Jungvogel erst bei genauerem Hinsehen erkennt.

Außerdem fand ich im Rasen in der Nähe der NK einen abgerissenen Flüge von einem Mauerseglerküken. Vielleicht hat eine Katze das Küken gefunden. Er könnte aber auch von einem Falkenopfer stammen.

Bei den NK21 - NK24 war die Lage noch etwas kritischer. Sie befinden sich auf dem Fenstersims im Obergeschoss und sind ab Mittag der Sonne ausgesetzt. Im letzten Jahr sind dort bei ähnlichen Bedingungen zwei Jungvögel (JV) einem Hitzschlag erlegen und vier JV sind aus dem Nest gesprungen (siehe dort). Als Notmaßnahme habe ich dieses Jahr die besetzten NK21, NK22 und NK24 mit Kühlakkus (in dünnen Stoff gewickelt) versehen und so die Innentemperatur unter 37°C gehalten. Die Stoffumwicklung hatte mehrere Gründe:
- Schutz der Küken vor Erfrierungen bei Berührung
- Aufnahme und Verdunstung des "Schwitzwassers"
- langsamere Kälteabgabe.
Diese Maßnahme ist zwar etwas aufwendig (die Kühlakkus (400 ml) müssen 1x am Tag gewechselt werden), hat sich aber für die Küken als lebensrettend erwiesen. Dort gab es trotz höherer Außentemperaturen als im vergangenen Jahr keine Ausfälle.

NK24 mit Kühlakku
Das Foto zeigt den NK24 mit dem eingewickelten Kühlakku. Der eine Altvogel scheint sich für den "Fremdkörper" im NK zu interessieren.


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Stand: 01.07.2026